Kultur

Diese Bücher solltest du im Winter 2019 lesen

Wir schlagen ein paar neue Kapitel auf!

Lautet euer Neujahrsvorsatz auch „Mehr lesen“? Dann lassen wir Worten am besten Taten folgen: Mit diesen Büchern startet ihr garantiert gut ins neue (Lese-)jahr. Wo ihr eure neuen Bücher in Linz erstehen könnt, haben wir euch schon mal hier verraten.

„Die Gabe“ von Naomi Alderman

Er war 2018 ein großes Thema und wird 2019 (hoffentlich) auch wieder prägen: Das Hinterfragen von Gender-Stereotypen. In Zeiten von #metoo & Co. ist es unvermeidbar, die eigenen Grundsätze & Meinungen zu durchleuchten und alte Gesellschaftskonstrukte aufzubrechen. Naomi Alderman macht genau das in ihrem Roman mit Fantasy- und Science-Fiction-Elementen: In „Die Gabe“ können Frauen auf der ganzen Welt plötzlich gezielt Stromschläge verabreichen und werden somit zum „starken Geschlecht“ – oder waren sie das nicht eh schon immer?

Wir haben es verschlungen, weil: die Geschichte mit doppeltem Boden so unendlich viele Fragen und Gedenkanstöße liefert. Ein echtes #brainfuck-Buch.

(c) Heyne Verlag

„Becoming“ von Michelle Obama

Wenn wir schon bei starken Frauen sind: Michelle Obama ist definitiv so eine, zu der wir gerne aufschauen und bei der wir uns immer fragen „how she does it all“. Umso gespannter waren wir auf ihre neu erschienene Biografie, die uns einen detaillierten Einblick in das Leben der ehemaligen First Lady bietet. Wir wurden nicht enttäuscht: Sie schildert ihre Reise von einem kleinen Apartment in Chicago bis ins White House mit kleinen Anekdoten, viel Witz und einer guten Portion Selbstreflexion.

Wir haben es verschlungen, weil: Michelle Obama. Need we say more?

(c) Goldmann Verlag

„Strafe“ von Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach kennt ihr vielleicht schon durch den Film (oder das gleichnamige Buch) „Terror“, in dem ein Soldat über den Abschuss eines vollbesetzten, aber von Terroristen gekapertes Flugzeug entscheiden muss, das ansonsten in ein ebenfalls vollbesetztes Stadion voller Unschuldiger stürzt. Solche Gedankenexperimente sind von Schirachs Steckenpferd: In „Strafe“ beleuchtet er neutral und unglaublich klar das Schicksal von 12 Menschen und zeigt auf, wie schwer es manchmal ist, zwischen „Gut“ und „Böse“ zu unterscheiden.

Wir haben es verschlungen, weil: alles zusammenhängt – Schuld, Freiheit, Gerechtigkeit, Liebe und Hass. Und niemand Moralvorstellungen so gut ad absurdum führt wie Ferdinand von Schirach.

(c) Luchterhand Verlag

“No more Bullshit” von Sorority e.V.

*Triggerwarnung sexistischer Bullshit incoming* “Der Pay Gap ist ein Mythos!“, „Biologisch gesehen haben Frauen und Männer eben unterschiedliche Kompetenzen!“ oder „Heutzutage darf man ja gar nichts mehr sagen!“ Wer sich 2019 bei solchen Aussagen nicht mehr wegducken will, der möge sich bitte umgehend dieses Buch beschaffen. Klar und deutlich werden darin vom Frauennetzwerk Sorority die klassischsten Stammtischweisheiten widerlegt und Argumente in biss-fertigen Happen serviert.

Wir haben es verschlungen, weil: wir so endlich für das nächste Familienevent, das 10-jährige Klassentreffen oder für sonstige Stammtisch-ähnliche Unterhaltungen gewappnet sind.

(c) Kremayr & Scheriau Verlag

„Born a crime“ von Trevor Noah

Wer Trevor Noah auf dem Bildschirm liebt, wird ihn auch auf Papier verschlingen. Mit Witz, Charme und einer unglaublich bildhaften Sprache beschreibt er seine Kindheit während der Apartheit in Südafrika. „Born a crime“ – weil die Beziehung seiner schwarze Mutter und seines weißen Vaters illegal war – startete er sein Leben unter den wohl schwierigsten Bedingungen und schafft es dank seiner außergewöhnlichen Sicht der Dinge, selbst die schlimmsten Tiefpunkte seines Lebens ins Positive zu verwandeln.

Wir haben es verschlungen, weil: „vom Tellerwäscher zum Millionär“ nichts ist im Vergleich zur Lebensgeschichte von Trevor Noah. Und weil die Passagen über die Beziehung zu seiner Mutter die gefühlvollsten Liebeserklärungen sind, die wir je gelesen haben.

(c) Spiegel und Grau Verlag

„Der Trafikant“ von Robert Seethaler

Die Geschichte des etwas naiven und definitiv verhätschelten Franz Huchel beginnt 1937: Mit 17 Jahren verlässt er sein Heimatdorf am Attersee, um in Wien als Trafikant sein Glück zu suchen. Und dort eröffnet sich ihm plötzlich eine neue Welt: Er freundet sich mit Sigmund Freud an, verliebt sich in die Tänzerin Anezka und findet sich mitten im Wien der Nazis wieder, wo er vor schwere Entscheidungen gestellt wird. Die Geschichte war vor Kurzem auch im Kino, wir ziehen (wie meistens) das Buch aber definitiv dem Film vor.

Wir haben es verschlungen, weil: die Unbefangenheit von Franz in Kombination mit dem dunklen und schweren Zeitgeschehen eine sehr bewegende Geschichte ergibt.

(c) Kein und Aber Verlag

“Vom Ende der Einsamkeit” von Benedict Wells

Dieses Buch hat uns im letzten Jahr ganz besonders berührt: Benedict Wells (der Cousin von Ferdinand von Schirach übrigens!) stellt darin die Frage, ob das Leben tatsächlich ein Nullsummenspiel ist, oder ob es Menschen gibt, die immer auf der Schattenseite stehen. Wie Jules und seine Geschwister zum Beispiel. Die verlieren ihre Eltern bei einem Autounfall und entwickeln sich in den nächsten Jahren völlig unterschiedlich: Der eine wird Start-Up-Millionär, die andere verliert sich fast in der Drogenszene und Jules wiederum träumt sich sein Leben zusammen, bis er erneut dem Schicksal gegenübersteht.

Wir haben es verschlungen, weil: das Buch voll von nachdenklichen Zitaten und ungeschliffenen Alltags-Weisheiten ist. „Ich zog dem Schicksal die Maske vom Gesicht und fand darunter nur den Zufall.“ Ba dam tss.

(c) Diogenes Verlag