Tagesausflug nach Krumau
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Tagesausflug nach Krumau

Raus aus der Stahlstadt, wir fahren nach Tschechien!

Vorweg eine Beichte – wir sind wahrscheinlich die einzigen, die vor unserem Tagesausflug nach Krumau nicht wussten, dass die kleine tschechische Stadt ungefähr so viele Tourist*innen beherbergt wie Salzburg und Hallstatt zusammen. Warum es sich aber trotzdem lohnt, die kurze Reise nach Krumau zu unternehmen, verraten wir euch hier.

Von Linz aus dauert es ein bisschen mehr als eine Stunde (Auto), zwei Stunden maximal (Zug), schon steht man erstens in Tschechien und hat zweitens statt rauchender Hochöfen auf einmal eine, wie soll man anders sagen, malerische Zuckerwattenstadt vor sich: Krumau. Um jede Ecke ein Insta-Motiv, zwischendurch pickigen Süßkram zu essen und außerdem fast komplett autofrei – das perfekte Ziel für einen Tagesausflug, bei dem man sogar rechtzeitig zum Abendessen wieder daheim ist. Sozusagen.

Schloss in Krumau

Erstens: OMG. Das Schloss.

Ziemlich unübersehbar besteht ein Großteil der Stadt (ja, ja, gefühlt halt) aus einem Schloss. Und was für eines! Es gibt rosarote Türmchen, liebevoll bemalte Wände, wahnsinnig schöne Aussichtspunkte, Arkaden-mäßige Verbindungsgänge, fette Mauern, circa 40 Paläste und sonstige Gebäude und überhaupt einfach alles, was das Herz erfreut. Gut, man könnte sich jetzt drüber ärgern, dass außer einem selbst auch noch zehn Reisegruppen mit Selfie-Stick und Sonnenschirm in der Hand durch die Gemäuer schlendern – man könnte aber auch einfach chillen und sich vorstellen, wie das wohl wäre, wenn man hier Burgherrin wäre. Nice.

Päuschen an der Moldau

Als ob diese Stadt mit ihrem IRL-Disney-Schloss nicht eh schon schön genug wäre, fließt mitten durch den alten Kern auch noch die Moldau, und zwar in einer Kurve, wie sie auch Botticelli nicht perfekter hätte malen können. Dazu gibt’s grüne Ufer und Parkbänke zum Entspannen und Sonnen. Wer jetzt Hunger kriegt, wandert einfach in eines der vielen Restaurants direkt am Ufer, gönnt sich ein tschechisches Bier (ahhhh!) und haut rein. (Wir Veggies waren übrigens im Laibon essen – direkt am Fluss und lecker!) (Eh klar: Das war keine Werbung, es hat uns einfach geschmeckt)

Moldau in Krumau

Picksüß, aber geil: Trdlník

Trdlník heißt Baumkuchen, aber es reicht auch, zu sagen, es sei diese eine runde Nachspeise, die einfach niemand gscheid aussprechen und schon gar nicht aufessen kann. Ersteres ergibt sich relativ von selbst, Zweiteres kommt daher, dass dieser Baumkuchen süßer ist als zehn Linzertorten auf einmal. In Krumau gibt’s das Ganze dann auch noch gefüllt mit Eis und einer Portion Schlag oben drauf zu bestellen – na, servas. Wer das schafft, schickt uns bitte ein Beweisfoto, das verdient eine Medaille.

Krumau ist nice

Aussicht genießen

Haben wir eigentlich schon erwähnt, dass das Krumauer Schloss nicht nur superschön ist, sondern auch inklusive guter Aussicht daherkommt? Nicht nur vom Turm aus gibt es ein Top-Panorama zu bewundern, sondern auch von so ziemlich allen anderen Punkten der oberen Gebäude. Damit aber nicht genug – Krumau setzt dem noch einen drauf und liefert auch von der gegenüberliegenden Stadtseite schöne Vistas. Am besten einfach spazieren (der Baumkuchen will eh verdaut werden…) und staunen.

Wer nach all dem Schlendern und Fotos-Machen und Baumkuchen-Essen und Bier-Trinken immer noch nicht genug hat, kann anschließend noch einen Abstecher in das Schiele-Museum machen – das soll nämlich auch exzellent sein. Dass es dem Maler in der Stadt ebenfalls recht gut gefiel, dürfte spätestens dann evident werden – seine krummen Dächer und Krumauer-Altstadt-Bilder sprechen für sich….

Dass Krumau ziemlich schön ist, fand nicht nur Egon Schiele. Unser Fazit: Trotz vieler, vieler Leute – viele, viele schöne Aussichten, Gebäude, Brücken und natürlich Bierkrü.., ähm, Erlebnisse. Kann man mal hinfahren!